Wolle-Seide Meterware

Mein Weg zur vermutlich einzigen Wolle-Seide Händlerin in Europa

Ich nähe schon eine ganze Weile und kenne daher viele Arten von Stoffen Richtig umgehauen aber hat mich nur ein Stoff und zwar eine Wolle-Seide-Mischung, die ich kennenlernte, als mein Zwerg recht frisch geschlüpft war.

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Jeder frischgebackene Elternteil kennt die Frage, wie man dafür sorgt, dass das Kind warm angezogen ist, aber dabei nicht zu warm und sich zudem noch so wohlfühlt, dass es ein sonniger Wonneproppen ist, schnell 5h durchschläft und keine Probleme mit der Verdauung hat.

Gut, all das konnten die von mir und meinem Zwerg innig geliebten Wolle-Seide Bodies nun auch nicht bewirken, aber zumindest für die Temperaturregulation haben sie hervorragend gesorgt. Die Merinowolle ist atmungsaktiv und feuchtigkeitsregulierend und die Maulbeerenseide ist beruhigend für die Haut und bewirkt ein sanftes, weiches Tragegefühl, gerade bei sehr empfindlicher Haut.

Ja, wunderbar, denkt man sich. Kauf ich. In Massen!!

 

Verkauf und Vertrieb in Europa

 

Ach halt, Ja, da war noch was. Die Produkte sind schweineteuer.

Gut – denkt sich die nähbegeisterte Frau von heute – ich kaufe mir davon ein paar Meter und erledige den Rest selbst: nähe Unterhemden, die etwas länger sind als die Standardteile, so dass die in die Länge schießenden Kinder damit auch über 2 Größen kommen und ach, für mich könnte ich auch noch 2-3 Unterhemden nähen und mein Lieblingsmann wird dann auch gleich mit versorgt…

Fröhlich und optimistisch fängt also die Suche an und man findet….? NICHTS.

Ich kenne so einige Frauen, die sich nach der Meterware die Finger wundgegoogelt haben und ich zähle mich dazu. Weder in Deutschland, noch in Holland, noch in den USA noch… habe ich das Gewünschte gefunden.

Dann mach ich das doch einfach selber!

Ich war schon kurz vorm Resignieren, da bekam ich eine Idee, die so verlockend und leicht klang, dass ich mich fragte, warum da nicht schon Andere drauf gekommen sind: Ich lasse den Stoff einfach produzieren und verkaufe einen Teil an die Mädls, die ich kenne, die ebenfalls Wolle Seide abhängig sind.

Ja, jung und naiv müsste man nochmal sein. Denn damit fing ein monatelanger Lernprozess bei mir an.

Monatelanger Lernprozess

Ich lernte die Feinheiten diverser Ökolabel kennen, sprach mit den Repräsentanten von Firmen aus der halben Welt, erweiterte mein Vokabular um Worte wie Eori-Nummer, Atlas-Verfahren, Verpackungsordnung, Umsatzsteuervoranmeldung und holte gar mein altes Chemiebuch wieder heraus, um diverse Nachhaltigkeitlabel besser zu verstehen und bekam mehrere Herzinfarkte, wenn ich durchrechnete, wieviel mich die Anfangsinvestition kosten würde.

Mein netter Plan, 30-40m zu bestellen, ging bald darin über, dass ich die Firmen anbettelte, doch eine Ausnahme zu machen und auch mal eine so winzigkleine Menge wie 500m zu fabrizieren – während ich gleichzeitig Schiss vor meiner eigenen Courage hatte.

Ökologisches und soziales Gewissen

Nicht nur wollte ich einen tollen Stoff produzieren lassen, mindestens ebenso wichtig war mir, dass dieser Stoff sozial und umweltverträglich hergestellt wird. Auch aus Eigeninteresse, weil ich keinen chemiebelasteten Billigstoff auf der Haut von meiner Familie und mir haben möchte, aber auch aus den altruistischen Motiven, die Welt im Kleinen etwas besser und sauberer zu machen.

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Bei meinen Recherchen lernte ich dabei auch, wie naiv ich bei meinen früheren Einkäufen teilweise gewesen war. – Ist ja schön, wenn ein Shirt aus Bio-Baumwolle hergestellt ist –  wenn es danach aber mit einer Chemiekeule behandelt, gebleicht und gefärbt wurde, wenn beim Web-Prozess für die Geschmeidigkeit des Garnes umweltschädliche Gleitmittel eingesetzt werden oder beim Spinnen der Fäden diese mit Meister-Propper-artigen Reinigungsmitteln gereinigt werden, ist von Hautverträglichkeit und Umweltschutz nicht mehr allzu viel übrig.

Um einen wirklich ökologischen Stoff zu erhalten, muss also der komplette Prozess von Anbau über Garnherstellung, Webung, Färbung und Transport von höchster Güte sein.

So kam ich letztendlich auch von meiner Idee ab, die Stoffe in Asien herstellen zu lassen, da es mir widersinnig erschien, bei Allem auf die strengsten Umweltkriterien zu achten und dann beim Transport so viel CO2 zu verblasen, dass ein mittelgroßer deutscher Wald dabei draufgeht.

Alle Kriterien erfüllt

Der Stoff wird jetzt in Südeuropa produziert, während ich diesen Text schreibe und ich werde ihn Mitte Januar 2016 in meinen Armen halten. Ein kompletter Raum in unserem Haus wird gerade schon ausgeräumt und mit Regalen versehen, so dass ich die Stoffmassen unterbringen und schneiden kann und dann beginnt der Versand an meine hoffentlich ebenso Wolle-Seide begeisterten Kunden. – s.u.

Die Kriterien, die ich mir selber gestellt habe, sind bei der Produktion letztendlich sogar übererfüllt worden.

Der Stoff ist zertifziert nach GOTS

ein global eingesetzter Standard bei der Verarbeitung von Textilien aus biologisch erzeugten Naturfasern. Dabei werden bestimmte/definierte umwelttechnische und soziale Anforderungen entlang der gesamten textilen Produktionskette erfüllt.

 

Die Färbung ist nochmal extra von bluesign getestet und für gut befunden.

Die Firma, die das Garn liefert, benutzt zusätzlich bei der Herstellung Solarenergie, fängt die Heizenergie und den Dampf beim Färbeprozess auf und verwendet diese als Energiequelle wieder und nimmt ihr soziales Engagement durch diverse soziale Projekte sehr ernst.

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Details zum Produkt

  • aus 70 % Bio-Merinowolle und 30 % Maulbeerenseide
  • 155cm breit
  • 180 Gramm pro Meter
  • GOTS zertifiziert

 

Maschinenwaschbar im Schonwaschgang bei 30° C, am Besten mit Wollwaschmittel oder mit der Hand – dies allerdings nur bei starker Verschmutzung. Optimal ist es, wenn die Wollkleidung einfach bei feuchter Witterung (z.B. im Badezimmer beim Duschen) gelüftet wird. Der Wasserdampf, der dem Stoff begegnet, transportiert dann ganz automatisch Schmutzpartikel und schlechte Gerüche ab.

Wolle ist selbstreinigend und antibakteriell, da das Kreatin in der Wolle auf natürliche Weise übelriechende Bakterien abbaut, die bei der Schweißbildung entstehen.

Wolle ist zudem hygroskopisch und kann damit Körperfeuchtigkeit aufnehmen. Wolle hat dabei den Sondereffekt, dass die Feuchtigkeit sowohl in den Fasern, als auch zwischen den Fasern eingelagert werden kann. Sie kann somit bis zu 30% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich feucht anzufühlen und produziert dabei nach wie vor Wärme.

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Merinoschurwolle ist sehr fein gekräuselt, kratzt nicht und fühlt sich weich und flauschig an. Sie wird auch von Allergikern und Menschen mit Neurodermitis gut vertragen.

Maulbeerenseide sorgt für ein angenehmes weiches und hautberuhigendes Kleidungsstück. Seide wirkt temperaturausgleichend, wärmt bei kalten Temperaturen und kühlt an warmen Tage.

 

Verwendung

Das Wolle Seide Gemisch vereint damit die positiven Eigenschaften beider Grundstoffe und führt zu einem Luxusstoff erster Güte, der sich ganz besonders für Unterwäsche, Sportkleidung und Outdooraktivitäten eignet.

Gerade fürs Babys und Kleinkinder gibt es meiner Meinung nach keinen besseren Stoff.

Verkauf in meinem Shop danischpur.de oder bei Dawanda 

http://www.danischpur.de

Dawandashop