Lach, wenns zum Heulen net reicht!

 

Irgendwie scheinen wir hier in einer ziemlichen Seifenblase Südafrikas zu sein. Natürlich wissen wir, dass es schlimme Kriminalität in SA gibt; dass man in vielen Städten abends nicht rausgehen sollte und auch unsere Unterkünfte sind oft mit Stacheldraht und Alarmanlagen gesichert.

Gefühlt allerdings ist das Land nicht unfreundlich und gefährlich (was uns auch dazu veranlasst, teilweise etwas leichtsinniger zu werden und z.B. nicht immer dem Rat folgen, absolut gar nichts im Auto liegen zu lassen, wenn man es parkt), sondern im Gegenteil fast unglaublich freundlich und fröhlich.

Gerade die Fröhlichkeit und Freundlichkeit der schwarzen Männer hier, fasziniert mich und steckt mich an!

Gerade waren wir an einer Tankstelle – drei Tankstellen-Männer (hier wird immer von denen getankt – man muss nichtmal zum bezahlen aus dem Auto steigen) winkten uns fröhlich und Spässe machend heran, einer wischte alle unsere Fenster und malte dabei dem Zwerg ein Herz auf das Fenster und danach flirteten alle drei mit ihm von außen.

Das ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel – Putzfrauen singen fröhlich, wenn sie das Klo putzen, Straßenarbeiter machen Scherze, während sie auf Baustellenfahrzeugen sitzen und dass sich Hotel/Hostelpersonal vor Hilfsbereitschaft fast überschlägt, ist für uns mittlerweile schon fast normal geworden!

 

Was für eine angenehme Lebenseinstellung! Und die Fröhlichkeit und Hilfsbereitschaft steckt richtig an!!

Gerade heute erst hatten wir das erste Mal Probleme in unsere Unterkunft zu kommen, kamen nicht in das gesicherte Grundstück und konnten mit unserem Handyplan nicht telefonieren. In einem Café fragten wir, ob wir mal kurz telefonieren könnten. Die Kellnerin zögerte und wir versicherten ihr, dass wir natürlich dafür zahlen würden – sie lehnte lachend ab und meinte, sie habe gerade nur überlegt wie wir das am Besten machen und wir können natürlich auch ihr Handy nehmen! Sie reichte mir ihr Handy und verschwand dann erstmal. Äh, ups, Danke! Und hier so selbstverständlich, irgendwie! Wie schön, oder?

 

Wir hatten weiterhin viele tolle Erlebnisse. Einen weiteren Tag verbrachten wir noch in Plettenberg Bay, wo man mit Kind echt locker eine gute Woche verbringen kann.

Einen kompletten Tag waren wir in dem fantastischen Rätselpark. Hier überlegten der Traummann und ich schon die ganze Zeit, wo man ein großes Gelände herbekommen könne, um so etwas auch in Hannover einzuführen.

Zunächst gab es ein 3D Labyrinth, wo man zu vier verschiedenen Türmen finden und danach wieder herausfinden musste. Zwischendrin gab es noch ein paar Rätsel zu lösen.

Der Zwerg war voll dabei, dachte allerdings irgendwie, dass es darum ginge, Sackgassen zu finden und rief mit immer weiter steigender Begeisterung bei jeder Sackgasse: „Dead end!! Dead end!!!!“

Danach war er im vollen Zwergenhimmel – es gab nämlich ein kleines Kinderquad, wo man für 10 Rand (60 Cent) 8 Runden um einen kleinen Parcours drehen konnte. Er machte das echt erstaunlich gut (seine erste Autosscotterähnliche Fahrt war noch das totale Chaos) und drehte dann insgesamt über den Tag verteilt bestimmt 60 Runden.

Auch hier war der Einweiser wieder außergewöhnlich freundlich und mit vollem Elan dabei – man musste ihn fast davon abhalten, dass er Einem vor lauter Begeisterung und Hilfsbereitschaft die Lösung zu allen Rätseln verriet.

Außerhalb der 3D Maze waren nämlich noch überall kleine Klapptäfelchen mit kleinen Rätseln aufgehängt. Zudem gab es noch einen sehr netten Spielplatz, ein Café und – unser persönliches Highlight – einen Rätselpfad. Der war eigentlich erst so ab 10 Jahre gedacht und der Zwerg fand es zwischendrin auch sterbenslangweilig, aber der Traumman und ich waren voll im Rätselfieber. Es gab 9 Stationen, wo man jeweils ein Holzstäbchen zum Starten reinsteckte. Dann kamen die einzelnen Rätselteile heraus und man hatte 5 Minuten Zeit, das Rätsel zu lösen – schaffte man es nicht, verschwand der Rätseltisch von selber mit großem Gepolter.

Dabei waren ganz unterschiedliche Tische – z.B. ein Sudokurätsel, ein Rätsel, wo man einen Turm bauen musste, Wissensfragen, zum um die Ecke denken etc.

Leider funktionierten die Tische nicht exakt – ein Rätsel hatten wir richtig gelöst, der Tisch fiel auch dementsprechend in sich zusammen, aber wir bekamen keine „haben wir geschafft-Scheibe“, dafür polterte sie plötzlich aus einem anderen Tisch heraus, als wir noch mittem am rätseln waren.

Aber egal – wir hatten ne Menge Spaß. Manchmal mussten wir uns aufteilen, da der Zwerg nicht 9×45 Minuten stillhalten wollte, aber auch echt nicht mithelfen konnte – das war für ihn schon echt langweilig, aber bis auf ein wenig Gemecker und darauf bestehen, dann wenigstens von Station zu Station auf unserem Rücken reiten zu dürfen, machte er das wie immer ganz toll mit. Wie haben wir zwei nur ein so genügsames und fröhliches Kind erzeugt?

Leider habe ich von dem Tag kaum Fotos, da ich alles mit der Kamera gemacht habe, die ich nicht an das Tablet anschließen kann. Die Fotos werden nachgereicht, wenn wir wieder zu Hause sind.

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Bei unserer nächsten Aktivität hatte ich aber dennoch etwas Sorge, wie dem Zwerg das gefallen würde. Wir fuhren nämlich zu dem Plettenberg Bay Game Reserve und wollten dort für zwei Tage übernachten und mehrere game drives machen. Nun fährt der Zwerg schon ganz gerne Auto, Bus etc, aber so ein 2h game drive, wo man auch oft still sein und zuhören muss, ist für einen 3-jährigen natürlich schon nicht ganz einfach. Deswegen nehmen viele Lodges auch erst Kinder ab 6 oder gar 8 Jahren auf Safaris mit. Was ich gut verstehen kann – man will ja auch nicht den anderen Mitfahrenden den Spaß verderben, weil ein 3jähriger einen Schreitrotzanfall bekommt und man nicht mehr an ihn rankommt (was ja auch beim Zwerg beizeiten passiert, wenn auch immer seltener).

 

Aber das Gegenteil war der Fall! Als wir dem Zwerg dann gestern abend erzählten, dass wir heute Morgen weiterfahren, war er stinkbeleidigt und fragte in filmreifer Motzstimme „Warum haben wir nicht für 5 Nächte gebucht!!!?????“

Bis auf die Tatsache, dass es plötzlich schweinekalt war, war es auch einfach perfekt. (der afrikanische Winter ist auch echt unberechenbar- zwei Tage vorher waren wir noch in kurzer Hose und Tshirt unterwegs und da halfen selbst 3 Pullis übereinander nicht – auch deshalb, weil die meisten Gebäude einfach nicht auf Kälte eingestellt sind und es zieht wie Hechtsuppe).

 

Erstmal war unsere Unterkunft ein absoluter Traum. Zwei Riesenschlafzimmer mit Doppelhimmelbetten, zwei der coolsten Badezimmer, die ich je gesehen habe, mit Ausblick aus der Badewanne, der Seinesgleichen sucht und einer Turmtoilette – zudem ein großes Wohnzimmer mit Kamin.

Morgens und abends wurden wir kulinarisch verwöhnt. Abends gab es ein lukullisches 3-Gänge Menü und morgens mehr typisch britisches Frühstück, aber immer noch mit einem kleinem Extra wie Croissants, Muffins, frischen O-Saft und Obstsalat.

Das allein wäre schon ein großer Wohlfühlfaktor gewesen – aber on top darauf kamen dann noch die atemberaubenden game drives. Wir machen insgesamt drei Stück – nach dem dritten kannten wir das Gelände schon recht gut, aber jede Fahrt war doch wieder ganz anders.

Frühmorgens (naja, 10 Uhr 😮 ) sah man eher wenige Tiere. Nashörner und Büffel verstecken sich im Gebüsch, wenn es kalt ist und bis auf die megasüssen afrikanischen Hunde war kaum Jemand wach und fit.

Aber auch den drive fand ich total spannend – unsere guide begutachtete Fußspuren und Exkremente auf Frischheit und fuhr mit uns noch in tiefstes Gebüsch.

 

Der Nachmittagsdrive war dann der, wo wir am Meisten sahen. Da wurden die Geparden langsam müde, aber der Rest wachte auf und sogar die Löwen wurden aktiv. So aktiv, dass wir vor dem Hineinfahren ins Löwengebiet gewarnt wurden, dass der Zwerg jetzt ganz ruhig sein müsse und sich auf keinen Fall über die Seiten lehnen darf, da er noch mit ins Beuteschema gehört.

Wir waren auf der Fahrt (wie schon morgens) nur zu dritt und der Zwerg hatte da in den Haltepausen im Geländeauto auch immer etwas rumturnen dürfen. Aber als wir ihm jetzt erklärten, dass er jetzt ganz ruhig und still sein müsse, machte er das sofort mit und war nur empört, dass unsere Führerin normal laut redete!

 

Elefanten gab es in dem reserve nicht, aber dafür die beeindruckenden Giraffen. Keine 3m neben dem Auto eine Giraffe zu sehen, die majestätisch an Einem vorbeischlendert, ist schon etwas, was man nicht so schnell wieder vergißt!

Genausowenig, wie die beiden Nashörner, die wir auf den beiden anderen game drives schon gesehen hatten, aber die beim Nachmittagsdrive dann plötzlich schlecht gelaunt wurden und das Auto angreifen wollten.

 

In fast verschwenderischer Zahl waren noch Zebras, Nyalas, Wasserböcke, Gnus und Antilopen unterwegs. Darunter auch die seltenen und so wertvollen goldenen Gnus – wirklich ganz besonders schöne Tiere.

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Am Meisten war ich von den Flusspferden überrascht. Nicht nur daher, weil das Babyhippo total süß war, sondern auch, weil Diese so gefährlich sind! Laut unserer Führerin sind die Meisten von Tieren verschuldeten Todesfälle aufgrund von den süßen, so friedlich aussehenden Hippos! Sie erzählte, dass diese immer am Liebsten in Wassernähe seien, weil sie regelmäßige Badestunden für ihre empfindliche Haut bräuchten und es gar nicht lustig fänden, wenn Jemand zwischen ihnen und dem Wasser steht! Zudem können sie bis zu 40km/h schnell rennen! Das hätte ich bei diesen runden Viechern nie für möglich gehalten! (Das mit den Todesfällen ist anscheinend unbestätigt, wird aber an vielen Stellen behauptet).

 

Auch die Giraffe hat mich überrascht – ich wußte weder, dass Giraffen Wiederkäuer sind (was wir aber sogar live beobachten konnten), noch, dass sie nur 30 Minuten am Tag schläft!

 

Es gab noch total viele andere kleine Fakten, aber ich will euch damit nicht langweilen – für uns war es super interessant und selbst der Zwerg konnte viel von den Sachen wiederholen, die wir ihm immer und immer wieder übersetzten.

Er war übrigens am Meisten fasziniert von den afrikanischen Wildhunden, die ja leider auch kurz vor der Ausrottung stehen, aber wirklich total goldig sind mit ihren runden Mickey Mouse Ohren.

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Auch hier nur wenige Fotos, da ich die Meisten mit unserer guten Kamera gemacht habe. Aber hoffentlich dennoch „appetitanregend“ – oder etwa nicht? 😉

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