Mutterliebe und die Restmülltonne

Wie berichtet, besteht unsere Familie nicht nur aus Traummann, Zwerg und meiner Wenigkeit, sondern auch aus den zwei Waschbären Ole und Pelle.

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Nun ist das passiert, wovor wir seit der Liebe auf den ersten Blick große Angst hatten: Ole ist verschwunden.

Die Spur verlor sich Sonntag nachmittag in Zwergens Zimmer. Der Traummann und die Oma, die an dem Tag zu Besuch war, gaben Beide einstimmig an, den Waschbären dort gesehen zu haben.

Danach waren wir nur einmal auf dem Spielplatz und uns sehr sicher, dass der Ole da nicht mit geschmuggelt wurde.

Die erste Nacht ohne Ole klappte noch erstaunlich gut.

„Der Ole hat sich irgendwo versteckt und ist da wohl eingeschlafen! Den müssen wir morgen suchen und heute mal ohne ihn ins Bett gehen!“

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„Der Schlingel!“ lachte der Zwerg und nahm das Ganze gelassen hin.

Verzweifelte Suche

Am nächsten Tag waren wir den ganzen Tag in der Stadt, um Outdoorsachen für unser Sabbatical zu kaufen und kamen wieder nicht ausgiebig genug zum Suchen.

Da war der Zwerg schon etwas verzweifelter. „Aber wenn der Ole jetzt Kacka gemacht hat? Dann müssen wir ihn doch wickeln, sonst wird sein Hintern ganz rot!!“ sagte er verzweifelt.

 

Wir trösteten den Zwerg mit dem Hinweis, dass der Ole ja gar keine Windel mehr habe und es bestimmt alleine auf die Waschbärentoilette geschafft habe.

Am nächsten Tag nahmen wir das komplette Haus auseinander. Es gab keine Schublade, die wir nicht untersuchten, kein Bettbezug, der nicht ausgeschüttelt wurde und keine Matratze, die nicht umgedreht wurde.

Und die ganze Zeit hatte ich eine Geschichte einer Freundin im Hinterkopf…

Mülldeponie

Die Familie war im Urlaub gewesen. Die beiden älteren Kinder spielten mit dem Lieblingsstofftier des Sohns und packten ihn dabei komplett in eine Windel ein. Diese Windel wurde dann unbemerkt mit den anderen Windeln entsorgt. Nach einer panischen Nacht und erfolgloser Suche in der Restmülltonne der Unterkunft, machte sich die Familie dann am nächsten Tag auf zur Mülldeponie, wo das vermisste Stofftier tatsächlich zwischen vollen Windeln gefunden wurde.

Nachdem wir zweimal vergeblich auch den kompletten Keller auf Händen und Knien abgesucht hatten, schnappte ich mir also eine Taschenlampe und wühlte tapfer in der Restmülltonne – schwankend zwischen Hoffnung, das blöde Vieh endlich zu finden und dem Wunsch, dass es bitte bitte nicht hier sein möge.

Aber Nichts.

Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Auf einmal kam dann gestern Abend der Traummann an: „Hier ist der Ole! Der war gaaaanz oben auf dem Schrank im Kinderzimmer!“
Wir wunderten uns Beide, wie er dahin kam, aber freuten uns einfach nur über den Fakt, dass der Waschbär endlich wieder aufgetaucht war.

Heute Morgen begrüßte mich der Zwerg auch gleich ganz freudig mit: „Der Ole ist wieder da!! Der war ganz oben auf dem Schrank und kam nicht mehr alleine runter!!!“

Ich fragte, ohne Hoffnung auf eine Antwort (da der Zwerg vorher auch nie sagen konnte, wo der Ole denn wohl hin ist), warum der Ole denn da oben war.
„Der Ole hat immer die Oma gehauen! Und dann hat der Papa ihn da oben hingetan!!!“

Mein Mann: – „äh, stimmt. Jetzt erinnere ich mich wieder!!!“

Ich bin fast gestorben vor Lachen und habe ihm gedroht, dass ich ihm bis an sein Lebensende und darüber hinaus vorhalten werde, dass ich im stinkenden Windelabfallrestmüll gewühlt habe.

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